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Foto: Michael Hofmann

22.03.2023

Gruppeninstallation "Die riesige Welt der Zwerge. Zwerge in Kunst und Literatur", Hofheim

Freundliche Helferlein oder spießige Kleingartenschmuckstücke? „Am Gartenzwerg scheiden sich die Geister", sagt Museumsleiterin des Stadtmuseums Hofheim Dr. Inga Remmers. Wie die Figur zur ironisch gemeinten Personifikation des Deutschen wurde, wird in der neuen Ausstellung „Die riesige Welt der Zwerge. Zwerge in Kunst und Literatur" vom 12. März bis 18. Juni 2023 im Stadtmuseum Hofheim beleuchtet.


Auf den Eingangsstufen laden 125 farbenfrohe, fröhliche Zwerge von Ottmar Hörl zum Besuch ein.

Bereits in der nordischen Mythologie des 13. Jahrhunderts werden Zwergen übermenschliche Kräfte zugesprochen, sie werden als kunstfertige Schmiede und Handwerker dargestellt und haben positive wie negative Eigenschaften. An europäischen Adelshöfen hatten kleinwüchsige Menschen im Zeitalter des Barock eine herausgehobene Stellung. Sie wurden als „Rätsel der Natur" positiv wahrgenommen, bekleideten wichtige Ämter am Hof und genossen häufig das uneingeschränkte Vertrauen eines Herrschers. So finden sich in ganz Europa in den barocken Gärten und Parks steinerne Zwergenskulpturen.

Als Inbegriff von Spießigkeit und schlechtem Geschmack gilt der Gartenzwerg bei vielen Intellektuellen bis heute noch als ästhetisches Verbrechen. Dass er einmal als Hörl´sches Welterfolgsmodell die Kunst erobert, war in den 1980er Jahren, als alles seinen Anfang nahm, noch nicht abzusehen.

„Der Gartenzwerg ist die am meisten diskreditierte Figur in Deutschland. Hat sie das Potential zum künstlerischen Material? Die Frage hatte mich interessiert", so Ottmar Hörl.

Wie alles begann – die ersten Gartenzwerg-Installationen von Ottmar Hörl
In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete Ottmar Hörl bereits mit Industrieprodukten und industriell gefertigten Materialien. Er entwickelte radikale, innovative Skulpturen- und Fotokonzepte. Kein anderer Künstler hat sich so intensiv und so konsequent mit der Figur des Gartenzwergs als künstlerisches Material auseinandergesetzt wie Ottmar Hörl. Und noch vor dem Trend der moderneren „Anti-Gartenzwerge" in den 1990er Jahren entstanden erste Kunstwerke in Form von Installationen und Performances mit seriell gefertigten Gartenzwergfiguren in monochromer Farbgebung.

Entwicklung eigener Gartenzwerg-Skulpturen
Seit 1998 trägt jeder Hörl-Zwerg eine Prägesignatur. Damals traf Ottmar Hörl die Entscheidung, Gestalt und Aussehen des jeweiligen Gartenzwerg-Modells selbst zu entwickeln, also eigene Prototypen bis zur seriellen Produktionsreife zu erstellen und die Produktion für jedes Installationsprojekt bei entsprechenden Herstellern in Deutschland in Auftrag zu geben. Hierin zeigt sich einmal mehr die Konsequenz eines künstlerischen Denkens, das alles aus gesellschaftlichen Strukturen, dem Material und den daraus resultierenden Erkenntnissen ableitet. Nicht zuletzt ist Deutschland die Geburtsstätte der Serienproduktion von Gartenzwergen. Doch im Unterschied zu allen anderen Gartenzwergen zeichnet sich ein Hörl-Zwerg durch die Reduktion auf das Wesentliche aus. Charakteristische Elemente (wie Bart, Jackett, Hose, Schuhwerk) sind bewusst schlicht gestaltet. Dadurch wirken die Figuren zeitgemäß, gleichzeitig aber auch zeitlos und universell. Mit der Entwicklung eigener Gartenzwerg-Modelle ist es Ottmar Hörl gelungen, den Gartenzwerg als ein ikonisches Urbild der Kulturgeschichte auf den Punkt zu bringen. Kein Wunder also, dass die Figuren mittlerweile Kultstatus genießen.

Weitere Informationen zur Ausstellung im Stadtmuseum Hofheim und zum Begleitprogramm vom 12. März bis zum 18. Juni finden Sie unter www.hofheim.de/stadtmuseum .

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Texte: Stadtmuseum Hofheim und Eva Schickler


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